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Donnerstag, 25. September 2003
Gefährlicher Stress
Experten: Hademar Bankhofer, Gesundheitsexperte
Man
weiß es schon lange: Stress ist nicht gesund. Nun aber haben amerikanische und
deutsche Forschergruppen nachgewiesen, dass Stress noch viel gefährlicher ist,
als man vermutet hat. Stress schadet dem Gehirn, dem Herzen, dem Kreislauf, dem
Körpergewicht und der Libido.
Man unterscheidet zwei Formen von Stress: den Eu-Stress und den Dis-Stress. Im
Eu-Stress befinden wir uns, wenn wir etwas mit besonderer Freude tun. Er
belastet uns nicht, beflügelt uns und spornt uns zu weiterem Erfolg an. Der
Dis-Stress hingegen entsteht, wenn Tätigkeiten und Pflichten belastend wirken.
Dieser negative Stress kann zu Herz-Kreislauf-Problemen bis hin zum
Herzinfarkt, zu Störungen im vegetativen Nervensystem, zu schwachen Nerven, zu
Kopfschmerzen und Migräne, zu Verspannungen im Nackenbereich, zu
Rückenschmerzen und zu Verdauungs- und Hautproblemen bis zu Depressionen
führen. Die wirklich große Gefahr für uns geht jedoch vom Dauerstress aus; man
spricht auch vom chronischen Stress. Er kann Diabetes fördern, Krebs auslösen,
die Knochen schwächen und zu Übergewicht und Stoffwechselstörungen führen.
Dauerstress muss vermieden werden.
Faktoren, die zu negativem Stress führen:
Schlafmangel, unregelmäßiges, unkontrolliertes Essen, zu viele Termine,
Zeitmangel, Krankheit, Leistungsdruck, Umweltschadstoffbelastung, Lärm, Wohnen
in Beton und in verkehrsreichen Gegenden. Aber auch der Eintritt in den
Ruhestand, Arbeitslosigkeit oder viel Streit in der Familie kann stressen.
Stress muss nicht immer nur berufsbedingt sein. Beim Eintritt in den Ruhestand
entsteht Stress, weil der gewohnte Stress wegfällt.
Die drei Phasen der Stressentwicklung
- Die Alarmphase: Der Körper
erkennt die Stresssituation und bereitet sich darauf vor. Es kommt zur
Ausschüttung von Noradrenalin, Adrenalin, Cortisol und Corticosterol. Die
Atmung ist beschleunigt, der Blutzuckerspiegel erhöht. Man schwitzt, hat
Herzrasen, erweiterte Pupillen. Die Verdauung ist gebremst.
- Die Widerstandphase: Der
Körper versucht nach einiger Zeit, eine Gegenreaktion zu starten, um den
hohen Energieverbrauch zu senken. Die Bronchien ziehen sich zusammen, der
Speichelfluss ist verstärkt, Magen, Darm und Blase arbeiten intensiver.
- Die Erschöpfungsphase: Dadurch
können bereits gesundheitliche Störungen entstehen. Jetzt wird es
gefährlich. Besonders schlimm wird es, wenn sich eine Stress-Pyramide
aufbaut, wenn der Stress mehrere Ursachen und Auslöser gleichzeitig hat.
Maßnahmen gegen Stress
- Bewegung: Spazieren gehen,
Joggen, Schwimmen, Radfahren.
- Entspannungsmethoden: Yoga,
Autogenes Training, Fußreflexzonen-Massage, Ayurveda, Massagen,
Muskelentspannungstraining, da sich Stress ja immer durch Verspannungen im
Nacken- und Schulterbereich manifestiert.
- Zeitinseln schaffen: Pausen
für bestimmte entspannende Rituale einlegen.
- Phytotherapie: Präparate mit
Baldrian und Hopfen, Melisse, Johanniskraut einnehmen.
- Impuls-Homöopathie: Sehr
bewährt hat sich die homöopathische Tinktur Relaxin aus Muskatnuss,
Ignatius-Bohne und Phosphor. Die Impuls-Homöopathie führt zu einer raschen
Entspannung. Die Betroffenen können die Stress-Situation besser meistern.
Dazu ideal: Sport, Autogenes Training und eine gesunde Ernährung.
- Flüssigkeitszufuhr:
Wer unter Stress steht, verliert über Harn und Schweiß in kurzer Zeit
Flüssigkeit. Das Blut verdickt sich und der Blutdruck steigt. Also viel
Wasser trinken, aber auch ungesüßte Kräutertees sind geeignet; der
beruhigende Lavendeltee und Melissentee haben sich bestens bewährt.
Stoffe gegen Stress
Vitamine:
- Vitamin C ist nicht nur ein
Schutzschild gegen Erkältungen, sondern auch gegen Stress. Wer 15 Minuten
Stress hat, verliert in dieser Zeit 300 bis 350 Milligramm Vitamin C. Das
schwächt die Immunkraft, da ein Teil unserer Abwehrzellen Vitamin C als
Sprit benötigt. Wer sich stressfest machen will, der sollte
Paprikaschoten, rohes Sauerkraut, Kartoffeln, Kohlgemüse, Petersilie,
Grapefruits, Orangen, Mandarinen und Kiwis essen.
- Vitamin B 1 - das
Nerven-Vitamin - macht sehr stark gegen Stress. Wir holen es uns aus
Haferflocken: am besten Haferflocken mit Milch, Müsli oder
Haferflockensuppe essen.
- Vitamin B 6 ist eine
Wunderwaffe gegen Stress. Erschöpfungszustände bei Stress sind auf einen
Mangel an Vitamin B 6 zurückzuführen. Es kann im Darm in geringen Mengen
selbst hergestellt, aber nicht gespeichert werden. Daher muss es über
bestimmte Nahrungsmittel zugeführt werden: Avocados, Sojabohnen,
Weizenkeime, Walnüsse, Fisch, Bananen, Vollkorngetreide, Spinat und
Geflügel.
- Auch Vitamin B 12 ist wichtig
im Kampf gegen Stress, da es enorm die Nerven stärkt. Wir tanken es mit
Eiern, Käse, Milch, Quark, Sushi, Austern, Hühnerleber, Heringen,
Makrelen, Ölsardinen und Sauerkraut.
- Vitamin
B 2 hilft gegen Stress, da es die Aktivität der Stresshormone bremsen
kann. Wir finden B 2 in Pilzen, Sonnenblumenkernen, Sesamsamen, Lachs,
Mandeln, Sojaprodukten, Vollkorngetreide, Eiern, Rindfleisch und im
Joghurt.
Mineralstoffe:
- An erster Stelle steht
Magnesium, das man auch das "Anti-Stress-Mineral" nennt. Bei
Stress werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin in die Blutbahn
geschüttet. Dabei wird Magnesium aus den Körperzellen gedrängt, was
wiederum Herz und Kreislauf gefährdet. Wir finden Magnesium in Naturreis,
in Kürbiskernen, in Bananen, Mandeln, Hülsenfrüchten, in gekochtem
Schinken, Kartoffeln, Tomaten, Vollkorngetreide und Salaten.
- Kalium macht stressfest, da es
die Nerven stärkt. Wir nehmen Kalium mit Brokkoli, Kohlrabi, Sellerie,
Äpfeln und Milch auf.
- Auch
Kalzium macht stark gegen Stress. Daher helfen alle Kohlgemüse, die jetzt
im Herbst aktuell werden.
Bioaktivstoffe:
- Der grüne Pflanzenfarbstoff
Chlorophyll bewirkt, dass der eingeatmete Sauerstoff länger in den
Gehirnzellen verbleibt und besser verwertet werden kann. Ein grüner Salat
zu Mittag macht stressfest für den Nachmittag.
- Das Katecholamin der Banane
schafft Ruhe im Organismus.
- Das
Tryptophan in der Milch beruhigt.
Enzyme:
- Papain
aus der Papaya sowie eine Reihe von Enzymen aus der Zucker- und
Honig-Melone machen stressfest.
LITERATUR:
- Dr. Meinrad Lindschinger:
Anti-Stress-Ernährung, Kneipp Verlag, Leoben - Bad Wörishofen
- Bruce und Joan Dewe: Frei von
Stress, VAK Verlag, Kirchzarten/Freiburg
- Prof. Hademar Bankhofer: Das
Glück, gesund zu bleiben, Herbig Verlag, München
- Ulrich Wold / Bernd Neumann:
Das Anti-Stress-Buch, ein Fit-for-Fun-Buch im Südwest Ver-ag, München
- Klaus
Oberbeil: Food for life, Südwest Verlag, München
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