http://www.ndr.de/tv/dasamnachmittag/archiv/20040420.html
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Tipps zum Stressabbau im Alltag
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Eine traurige Bilanz: Jeder dritte
Verkehrsunfall wird durch Stress verursacht. Insbesondere jüngere Autofahrer
fühlen sich im Straßenverkehr gestresst: Über 40 Prozent der unter 26-jährigen
Fahrer sind oft oder immer im Stress. Autofahren erleben sie also als extreme
physische und psychische Belastung. Die älteren Hasen sind da beträchtlich
cooler: Nur 15 Prozent klettern nach längerer Fahrt verschwitzt und mit rotem
Gesicht aus ihrem Auto. Stress bereiten dem erfahrenen Autofahrer vor allem
blutige Anfänger, die mangelhafte Klimaanlage oder die fehlende Bewunderung von
Kind und Kegel bei bravourösen Überholmanövern.
Stressoren
Was für den einen Stress ist, kann für den
anderen eine Lapalie oder gar ein Vergnügen sein. Ob für einen Menschen etwas
zum Stress wird, hängt von dessen psychischer und physischer Verfassung ab. Aus
diesem Grund kann letzten Endes alles zum Stress werden. Typische Stress
erzeugende Faktoren, sogenannte Stressoren, können beispielsweise sein: sehr
hohe oder sehr niedrige Temperaturen, Infektionen, Schockeinwirkungen,
traumatische Ereignisse, Daueraffekte wie Ärger und Angst, Frustrationen und
Konflikte mit wichtigen Personen, Reizüberflutung wie Lärm oder - insbesondere
für Männer - der obligatorische Weihnachtseinkauf und natürlich langandauernder
Anforderungsdruck, der sich beispielsweise aus der Angst um den Arbeitsplatzverlust
speisen kann.
Eine Frage der Dosis
Unser Organismus kann im Regelfall gut mit
Anforderungen umgehen und er braucht sie bis zu einem gewissen Grad auch. Jeder
weiß, wie sehr ständige Unterforderung nerven, also stressen kann. Es kommt auf
die Dosierung an: Zu wenig Anforderung kann genauso schaden wie zuviel. In der
heutigen Zeit haben wir es allerdings meistens mit dem Zuviel zu tun.
Eskalierende Reaktion des Organismus
Erlebt ein Mensch Anforderungen als
anhaltenden Stress, kommt es zur eskalierenden Reaktion des Organismus, die in
drei Stadien einteilbar sind:
- das Stadium der Alarmreaktion,
- das Stadium der Gegenregulation
- das Stadium der Erschöpfung, in dem unsere
Anpassungsreaktion auf den Stress zusammenbricht. Dann kommt es zu grundlegenden
physiologischen Veränderungen, die sich unter anderem in psychosomatischen
Erkrankungen, in Ängsten und Depressionen äußern können.
Stresstoleranz und Stressresistenz resultieren
aus Lernvorgängen
Wissenschaftliche Befunde machen deutlich, dass
Stresstoleranz und Stressresistenz vor allem gegenüber psychischen Stressoren
auch das Resultat von Lernvorgängen sind. Außerdem spielt bei der
Stressbewältigung die Fähigkeit eine entscheidende Rolle, Sachverhalte und
Situationen innerlich angemessen zu bewerten und das eigene Verhalten
dementsprechend zu regulieren - und zwar vor dem Hintergrund der jeweiligen
Persönlichkeitsstruktur.
Techniken zur Stress-Vorbeugung
Um dem schädigenden Einfluss von Stress
zuvorzukommen, sind folgende vorbeugende Maßnahmen empfehlenswert:
- Am einfachsten
und überall praktikabel sind isometrische Übungen: Dabei gilt es,
diejenigen Muskelgruppen anzuspannen, in denen sich für uns der Stress am
eindeutigsten manifestiert, wie etwa die Nackenmuskualtur oder die Arme.
Dann zählt man bis sechs und entspannt die Muskeln dann wieder. Die Übung
sollte mehrmals wiederholt werden. Da wir glücklicherweise nicht nur aus
"Fleisch und Blut", sondern auch als Einheit von "Körper
und Geist" bestehen, ruft die zunehmende körperliche Entspannung nach
einer Weile auch eine emotionale Entspannung hervor. Diese Übungen wirken
vor allem bei körperbewussten Menschen.
- Für diejenigen,
die sich als phantasiereich erleben, ist es gut, sich einen angenehmen und
sicheren Ort vorzustellen, an den sie sich innerlich zurückziehen können,
wenn Stress-Situationen auftauchen. Von dort aus lässt sich das Leben
leichter leben.
- Eine weitere
Möglichkeit ist es, die Hände aneinander zu legen und zu warten, bis der
Pulsschlag in beiden Händen deutlich und synchron geworden ist.
- Zu guter Letzt hilft bei belastenden
Gedanken ein Gedankenstopp. Hier geht es darum, innerlich zu sich selbst
ganz laut "Stopp" zu sagen - und zwar mehrmals hintereinander.
Anschließend noch "Beruhig Dich!".
Entspannungstechniken an der Volkshochschule
erlernen
Wenn all das nicht so richtig hilft, ist es
ebenso hilfreich, sich zum Beispiel bei der Volkshochschule Autogenes Training,
Meditationtechniken und ausgefeilte Muskelentspannungs-Verfahren anzueignen.
Sollte auch dieses Vorgehen nichts nützen, bleibt immer noch der Weg zum
psychotherapeutischen Fachmann.